Glossar
Prä-MDC
Prä-MDC
Die Prä-MDC (Prä-Major Diagnostic Category, auch MDC 00) ist die erste Hauptgruppe des aG-DRG-Systems. Sie fasst besonders aufwendige Fälle wie Transplantationen, Langzeitbeatmung und intensivmedizinische Komplexbehandlungen zusammen und ordnet sie unabhängig von der Hauptdiagnose zu.
Die Systematik der Fallpauschalen beruht auf § 17b KHG; den Katalog pflegt das InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) jährlich neu, aktuell als aG-DRG-Version 2026. Der Grouper prüft jeden Fall zuerst auf Prozeduren und Konstellationen der Prä-MDC. Greift keines dieser Kriterien, folgt die Zuordnung zu einer diagnosebasierten MDC über die Hauptdiagnose. Die DRGs der Prä-MDC tragen im Katalog den Kennbuchstaben A (A-DRGs).
Welche Fälle gehören dazu?
In der Prä-MDC stehen Organtransplantationen (etwa Leber, Lunge, Herz, Niere und Pankreas), Stammzell- und Knochenmarktransplantationen, die Beatmung nach Dauer in Stunden gestaffelt sowie die intensivmedizinische Komplexbehandlung. Die Zuordnung hängt von den kodierten Prozeduren nach OPS ab. Die Beatmungsstunden berechnen sich nach den Deutschen Kodierrichtlinien; schon wenige Stunden Abweichung können die Fallpauschale wechseln.
Fiktives Rechenbeispiel (ohne Pflegeerlöskomponente): Eine Prä-MDC-DRG mit einer Bewertungsrelation von 12,5 ergibt bei einem Landesbasisfallwert von 4.570 Euro einen Erlös von 57.125 Euro (12,5 × 4.570 Euro). Wegen dieser Höhe geraten Prä-MDC-Fälle überdurchschnittlich oft in die Abrechnungsprüfung.
Verwandte Begriffe: aG-DRG System, MDC, DRG-Grouper, Relativgewicht, Beatmung (maschinell).
Für die sichere Kodierung dieser Fälle empfiehlt sich die Weiterbildung Medizinische Kodierfachkraft (IHK) – Kompakt sowie das DRG-Update. Kliniken unterstützt PKM mit der Primärkodierung DRG & PEPP und dem DRG & PEPP Express Check.
FAQ
Warum steht die Prä-MDC vor allen anderen MDC?
Transplantationen und Langzeitbeatmung bestimmen den Ressourcenverbrauch eines Falls so stark, dass die Hauptdiagnose dahinter zurücktritt. Der Grouper prüft diese Konstellationen deshalb zuerst, damit solche Fälle nicht in eine diagnosebasierte DRG mit viel zu niedriger Bewertung fallen.
Ist die Hauptdiagnose in der Prä-MDC bedeutungslos?
Nein. Die Gruppierung folgt zwar den Prozeduren, die Hauptdiagnose muss aber korrekt kodiert sein. Sie sichert die Plausibilität des Falls, fließt in die Schweregradberechnung ein und ist bei einer MD-Prüfung ein häufiger Anknüpfungspunkt.
Quellenverzeichnis
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 17b KHG – Einführung eines pauschalierenden Vergütungssystems für Krankenhäuser. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__17b.html
InEK GmbH. (2025). Fallpauschalen-Katalog aG-DRG-Version 2026 (Anlage 1) [PDF]. https://www.g-drg.de/content/download/17468/file/Fallpauschalenkatalog_2026_2025-11-19.pdf
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026
