FAQ - Medizinische Kodierfachkraft
Medizinische Kodierfachkraft (IHK): Häufige Fragen zu Beruf, Gehalt und Weiterbildung
Eine Medizinische Kodierfachkraft übersetzt Diagnosen und Behandlungen eines Krankenhausfalls in ICD-10-GM- und OPS-Kodes und sorgt so für eine korrekte Abrechnung im DRG-System. Das PKM bietet die Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK) in vier Varianten an, online oder in Köln. Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Beruf, Gehalt und Weiterbildung.
Stand: September 2026 · Fachlich geprüft von Dominik Lindner
Was macht eine Medizinische Kodierfachkraft?
Eine Medizinische Kodierfachkraft sorgt dafür, dass die Leistungen eines Krankenhauses vollständig und korrekt abgerechnet werden. Zu ihren Aufgaben gehören:
Diagnosen und Prozeduren aus der Patientenakte nach ICD-10-GM und OPS kodieren, auf Grundlage der Deutschen Kodierrichtlinien (DKR)
Hauptdiagnose, Nebendiagnosen, Prozeduren und weitere Daten wie Alter oder Beatmungsstunden in den Grouper eingeben, der daraus die Fallpauschale ermittelt
Rückfragen zur Dokumentation mit Ärztinnen, Ärzten und Pflege klären (fallbegleitende Kodierung)
bei Anfragen von Krankenkassen und Medizinischem Dienst mitwirken
Kodierfachkräfte bei Krankenkassen oder beim Medizinischen Dienst prüfen umgekehrt, ob Kodierung, Verweildauer und stationäre Notwendigkeit eines Falls korrekt sind.
Wie werden Kodierfachkräfte noch genannt?
Für die Medizinische Kodierfachkraft sind mehrere Bezeichnungen üblich, die inhaltlich dasselbe meinen:
Klinische Kodierfachkraft
Kodierer/in oder Klinische/r Kodierer/in
Coder, Clinical Coder oder Medical Coder
Dokumentationsassistent/in
DRG-Profiler/in oder Casemixperformer/in
Zwischen „medizinischer“ und „klinischer“ Kodierfachkraft gibt es keinen Unterschied. Der IHK-Abschluss lautet „Medizinische Kodierfachkraft (IHK)“.
Wer darf im Krankenhaus kodieren?
Eine gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation zum Kodieren gibt es nicht. Krankenhäuser sind nach § 301 SGB V verpflichtet, Diagnosen und Prozeduren nach ICD-10-GM und OPS an die Krankenkassen zu übermitteln. Die Verantwortung für die Dokumentation liegt beim behandelnden Arzt.
In der Praxis übertragen die meisten Kliniken die Kodierung an speziell geschulte Kodierfachkräfte. Das verbessert die Kodierqualität und entlastet Ärzteschaft und Pflege.
Wer kann an der Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK) teilnehmen?
Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen, um an der Weiterbildung zur Kodierfachkraft (IHK) teilzunehmen. Sie müssen keine pflegerische Berufsausbildung oder ähnliches vorweisen. Um die Inhalte der Weiterbildung gut nachvollziehen zu können, ist es hilfreich, ein medizinisches Vorwissen zu haben.
Sollten Sie sich jedoch als Quereinsteiger für die Weiterbildung interessieren, ist eine Teilnahme ebenfalls möglich. Hierzu stellen wir Ihnen kostenfrei vorab Videotutorials zu den Inhalten Medizinische Grundlagen für Einsteiger zur Verfügung, wodurch Sie medizinisches Basiswissen und Zusammenhänge vermittelt bekommen. Ebenso können alle anderen Teilnehmer bei Bedarf Ihr medizinisches Wissen anhand dieses Vormoduls „auffrischen“.
Welche Varianten der Weiterbildung gibt es, wie lange dauern sie und was kosten sie?
Alle vier Varianten enden mit derselben IHK-Prüfung und demselben Zertifikat:
Kompaktkurs: 5 Tage Vollzeit (09:00 bis 17:00 Uhr), online oder in Köln (hybrid), 1.890 Euro
Intensivkurs: 9 Tage Vollzeit (09:00 bis 16:30 Uhr), online, mit weiteren Fachabteilungen und mehr Kodierübungen, 2.550 Euro
Berufsbegleitend: 17 Termine à 1,5 Stunden (09:00 bis 10:30 oder 19:00 bis 20:30 Uhr), online, 1.890 Euro
Mit Bildungsgutschein: 3 Wochen Vollzeit, online, zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert
Preise Stand September 2026. Aktuelle Termine finden Sie auf den jeweiligen Kursseiten.
Was ist der Unterschied zwischen dem 5-tägigen Kompaktkurs und dem 9-tägigen Intensivkurs?
Beide Kurse führen zum gleichen IHK-Abschluss. Der Intensivkurs enthält mehr Praxisworkshops mit Fällen aus dem Kodieralltag und behandelt zusätzlich speziellere Fachabteilungen wie Palliativmedizin, Neonatologie, HNO und Urologie. Der Kompaktkurs konzentriert sich auf die häufigsten Fachabteilungen.
Reicht der 5-tägige Kompaktkurs aus, um als Kodierfachkraft zu arbeiten?
Ja. Im Kompaktkurs lernen Sie die Grundlagen für eine sachgerechte Kodierung und schließen mit dem IHK-Zertifikat ab. Die nötige Routine entsteht anschließend durch die Praxis bei Ihrem Arbeitgeber.
Für die Vertiefung einzelner Fachabteilungen bietet das PKM fachabteilungsspezifische E-Learnings an. Da sich ICD-10-GM, OPS und DKR jährlich ändern, besuchen Kodierfachkräfte zudem regelmäßig Update-Seminare, die das PKM zum Jahreswechsel anbietet.
Kann man an der 3-wöchigen Weiterbildung auch ohne Bildungsgutschein teilnehmen?
Nein. Die 3-wöchige Weiterbildung ist speziell für Teilnehmende mit gültigem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit konzipiert und enthält zum Beispiel ein Bewerbungstraining. Ohne Bildungsgutschein können Sie den Kompaktkurs, den Intensivkurs oder den berufsbegleitenden Kurs wählen.
Gibt es einen bundeseinheitlichen Standard für die Ausbildung zur Kodierfachkraft?
Nein, einen gesetzlich geregelten bundeseinheitlichen Standard gibt es nicht. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat gemeinsam mit dem PKM ein Qualifizierungshandbuch als Standard für die Weiterbildung entwickelt. Bewährt hat sich, die Grundausbildung kompakt zu halten und Vertiefungen nach etwas Praxiserfahrung anzuschließen.
Wie läuft die IHK-Prüfung ab?
Die IHK-Prüfung findet online im Prüfungsportal der IHK statt. Sie dauert 90 Minuten und besteht aus Multiple-Choice-Fragen. Die Zugangsdaten erhalten Sie rechtzeitig vorher von der IHK, das Portal können Sie vorab mit einer Probeprüfung testen.
Welchen Abschluss erlange ich nach bestandener IHK-Prüfung?
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie das Zertifikat „Medizinische Kodierfachkraft (IHK)“ der Industrie- und Handelskammer. IHK-Zertifikate sind bundesweit bekannt und werden von Personalabteilungen in Krankenhäusern geschätzt.
Kann ich die Weiterbildung zur Kodierfachkraft finanziell fördern lassen?
Ja, es gibt mehrere Möglichkeiten:
Bildungsscheck NRW: wird akzeptiert
Bildungsurlaub: möglich, da das PKM nach AZAV zertifiziert ist. Bildungsurlaub gibt es in allen Bundesländern außer Bayern und Sachsen. Die Bescheinigung für den Arbeitgeber erhalten Sie auf Anfrage.
Bildungsgutschein: für die 3-wöchige Variante
Ratenzahlung: kostenlos über sechs Monate
Arbeitgeber: Viele Kliniken übernehmen die Kosten ganz oder teilweise.
Kann ich die Weiterbildung zur Kodierfachkraft von der Steuer absetzen?
Wenn Sie die Kosten selbst tragen, können Sie sie in der Regel als Werbungskosten geltend machen. Voraussetzung ist ein Bezug zu Ihrem Beruf, der bei Teilnehmenden mit medizinischer Grundausbildung meist gegeben ist. Dazu zählen auch Reise- und Übernachtungskosten sowie Fachbücher. Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, entfällt der Abzug. Im Einzelfall hilft eine steuerliche Beratung.
Was ist zu beachten, wenn der Arbeitgeber die Kosten der Weiterbildung übernimmt?
Bitte geben Sie bei der Buchung unter dem Punkt “abweichende Rechnungsadresse” Ihren Arbeitgeber sowie dessen Anschrift ein. Nur so kann Ihr Arbeitgeber die Ausgaben für die Schulung buchhalterisch korrekt verarbeiten. Die Rechnung wird nach erfolgreicher Buchung automatisch per E-Mail versendet und steht zusätzlich in Ihrem Account auf der Homepage bereit.
Bis wann muss ich mich spätestens für eine Weiterbildung anmelden?
Grundsätzlich können Sie sich bis 1 Tag vor Veranstaltungsbeginn anmelden. Da die Seminarplätze schnell ausgebucht sein können, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Ein Rücktritt ist gemäß unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen bis 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn kostenfrei möglich.
Eignen sich Pflegekräfte als Kodierfachkraft?
Ja, sehr gut. Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte und verwandte Berufsgruppen bringen medizinisches Vorwissen mit. Mit der Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK) können sie klinische Leistungen nach kurzer Einarbeitung sicher kodieren.
Welche Vorteile kann der Wechsel einer Pflegekraft in die Kodierung haben?
Viele Arbeitgeber bieten den Kodierfachkräften frei einteilbare Arbeitszeiten bzw. Gleitzeitregelungen an. Nacht- und Wochenenddienste entfallen. Die Arbeitszeitregelungen sind in der Regel familien- und freizeitfreundlich. Zudem ist die körperliche Belastung in der Verwaltung geringer als auf den Stationen.
Wo arbeiten Kodierfachkräfte?
Die meisten Kodierfachkräfte arbeiten im Krankenhaus, meist in der Abteilung Medizincontrolling. Dort unterstützen sie bei der Fallkodierung und der Abrechnungsprüfung durch die Krankenkassen.
Weitere Arbeitgeber sind Krankenkassen, der Medizinische Dienst, Beratungsunternehmen, Kodier-Dienstleister und seltener die Industrie.
Welche Anforderungen stellt eine Klinik an eine Kodierfachkraft?
Idealerweise eine medizinisch/pflegerische Ausbildung
Medizinischen Sachverstand in Bezug auf Diagnosen und Behandlungen/Prozeduren
Erfahrung bei der Dokumentation von Leistungen
Abgeschlossene Weiterbildung zur Medizinischen Kodierfachkraft (IHK)
Praxiserfahrungen im DRG-System
Strukturierte, selbstständige Arbeitsweise
EDV-Kenntnisse
Was verdient eine Kodierfachkraft?
In Krankenhäusern des öffentlichen Dienstes werden Kodierfachkräfte nach TVöD bezahlt, meist in den Entgeltgruppen 7 bis 9. Die Höhe hängt von Tätigkeit, Berufserfahrung, Arbeitgeber und Region ab. Die aktuellen Beträge finden Sie in den Entgelttabellen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Bei privaten und kirchlichen Trägern gelten eigene Tarifverträge.
Wie sind die Aussichten für Kodierfachkräfte auf dem Arbeitsmarkt?
Die Nachfrage nach Kodierfachkräften ist hoch. Gründe dafür sind:
Die Krankenhausreform ordnet Fälle über ICD- und OPS-Kodes Leistungsgruppen zu. Die Kodierung beeinflusst damit auch die Vorhaltevergütung.
Neue Vergütungsformen wie die Hybrid-DRG machen die Abrechnung komplexer.
Die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst hängen von der Abrechnungsqualität ab (Prüfquote).
Kodierfachkräfte werden deshalb bundesweit in Krankenhäusern, bei Kostenträgern und Dienstleistern gesucht.
Was ist der Unterschied zwischen einer Kodierfachkraft und einem Medizincontroller?
Eine Kodierfachkraft arbeitet operativ: Sie kodiert Diagnosen und Prozeduren, damit Fälle korrekt abgerechnet werden. Ein Medizincontroller arbeitet strategisch: Er verantwortet Erlössicherung, MD-Prüfungen, Budgetverhandlungen und Berichtswesen und berät die Geschäftsführung.
Die Weiterbildung zur Kodierfachkraft ist oft der Einstieg, die Weiterbildung zum Medizincontroller (IHK) der nächste Karriereschritt.
