Wichtige Begriffe verständlich erklärt

Glossar

Zyklusfall

Zyklusfall

Der Zyklusfall ist eine besondere Abrechnungseinheit der Reproduktionsmedizin: Leistungen der künstlichen Befruchtung werden nicht je Quartal, sondern je Behandlungszyklus abgerechnet. Der Zyklusfall bündelt die Leistungen eines Behandlungszyklus zu einer Abrechnungseinheit.

In der vertragsärztlichen Versorgung ist der reguläre Abrechnungsfall grundsätzlich der Behandlungsfall – alle Leistungen eines Patienten in einer Praxis innerhalb eines Quartals. Die Reproduktionsmedizin folgt einer anderen Logik, weil sich eine künstliche Befruchtung nach § 27a SGB V in Behandlungszyklen vollzieht, die nicht an Quartalsgrenzen gebunden sind. Der EBM definiert deshalb für diesen Bereich den Zyklusfall: Die Leistungen eines zusammengehörenden Behandlungszyklus – von der Stimulation über die Entnahme bis zum Transfer – werden als eine Einheit erfasst und abgerechnet.

Diese besondere Falldefinition ist notwendig, weil die reproduktionsmedizinische Behandlung über mehrere Wochen läuft und sich über einen Quartalswechsel hinaus erstrecken kann. Würde man sie nach dem normalen Behandlungsfall abrechnen, ließen sich zusammengehörende Leistungen nicht sachgerecht zuordnen. Der Zyklusfall sorgt dafür, dass der medizinisch zusammengehörende Zyklus auch abrechnungstechnisch eine Einheit bildet.

Für die Praxis bedeutet das: In der Reproduktionsmedizin sind die besonderen Abrechnungsbestimmungen des EBM zu beachten; der Zyklusfall weicht bewusst vom Behandlungstag- und Quartalsprinzip der übrigen Abrechnung ab.

Verwandte Begriffe sind der Reproduktionsfall, die Abrechnungsbestimmungen und der Behandlungstag.

Die reproduktionsmedizinische Abrechnung behandelt die Weiterbildung zur Fachkraft für ambulante Abrechnung (IHK).

FAQ

Was ist ein Zyklusfall?

Eine Abrechnungseinheit der Reproduktionsmedizin, die die Leistungen eines zusammengehörenden Behandlungszyklus der künstlichen Befruchtung bündelt – unabhängig von Quartalsgrenzen. Er weicht damit vom regulären quartalsbezogenen Behandlungsfall ab.

Warum gibt es für die künstliche Befruchtung eine eigene Abrechnungseinheit?

Weil sich ein Behandlungszyklus über mehrere Wochen und über einen Quartalswechsel hinaus erstrecken kann. Der Zyklusfall stellt sicher, dass die medizinisch zusammengehörenden Leistungen eines Zyklus auch abrechnungstechnisch als eine Einheit erfasst werden.

Quellenverzeichnis

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch. § 27a Künstliche Befruchtung. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__27a.html

Kassenärztliche Bundesvereinigung. (2026). EBM – Künstliche Befruchtung (Abschnitt 8.5). https://www.kbv.de/html/ebm.php

Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Leitender ärztlicher Medizincontroller, PKM