Glossar
KV-Bezirk
KV-Bezirk
Ein KV-Bezirk ist das räumliche Zuständigkeitsgebiet einer Kassenärztlichen Vereinigung. In Deutschland bestehen 17 Kassenärztliche Vereinigungen, die jeweils die vertragsärztliche Versorgung in ihrem Bezirk organisieren und verantworten.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sind Körperschaften des öffentlichen Rechts (§ 77 SGB V). Jeder zugelassene Vertragsarzt ist Pflichtmitglied der KV, in deren Bezirk er niedergelassen ist. Die Bezirke sind überwiegend an die Bundesländer angelehnt; eine Besonderheit ist Nordrhein-Westfalen, das in die beiden KV-Bezirke Nordrhein und Westfalen-Lippe geteilt ist. Daraus ergeben sich bundesweit 17 KVen, auf Bundesebene zusammengefasst in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).
Der KV-Bezirk ist mehr als eine geografische Einheit: Er ist die Ebene, auf der zentrale Parameter der Vergütung festgelegt werden. Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV), der regionale Punktwert, der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) und die Bedarfsplanung werden je Bezirk vereinbart. Deshalb kann sich die wirtschaftliche Situation einer Praxis zwischen zwei KV-Bezirken spürbar unterscheiden, obwohl bundesweit derselbe EBM gilt.
Für die Praxis ist der KV-Bezirk damit der maßgebliche regionale Rahmen: Er bestimmt die zuständige KV für Zulassung, Abrechnung, Honorarverteilung und Prüfung. Auch Sprechstundenbedarf und regionale Vereinbarungen richten sich nach dem jeweiligen Bezirk.
Verwandte Begriffe sind die vertragsärztliche Versorgung, der Honorarverteilungsmaßstab und die Bedarfsplanungsrichtlinie.
Die regionalen Strukturen der vertragsärztlichen Versorgung vermittelt die Weiterbildung zur Fachkraft für ambulante Abrechnung (IHK).
FAQ
Wie viele KV-Bezirke gibt es in Deutschland?
17. Die Bezirke orientieren sich überwiegend an den Bundesländern; Nordrhein-Westfalen ist in die KV Nordrhein und die KV Westfalen-Lippe geteilt. Auf Bundesebene sind die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammengeschlossen.
Warum ist der KV-Bezirk für die Vergütung wichtig?
Weil zentrale Vergütungsparameter je Bezirk vereinbart werden: morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, regionaler Punktwert, Honorarverteilungsmaßstab und Bedarfsplanung. Dadurch kann die Vergütung regional variieren, obwohl der EBM bundesweit einheitlich gilt.
Quellenverzeichnis
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch. § 77 Kassenärztliche Vereinigungen und Bundesvereinigungen. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__77.html
Kassenärztliche Bundesvereinigung. (2026). Die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen. https://www.kbv.de/html/kven.php
Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Leitender ärztlicher Medizincontroller, PKM
