Wichtige Begriffe verständlich erklärt

Glossar

ROI - Return on Investment

ROI (Return on Investment)

Der Return on Investment (ROI) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den erzielten Gewinn oder Nutzen einer Investition ins Verhältnis zu den aufgewendeten Investitionskosten setzt. Er wird in Prozent ausgedrückt:

ROI = (Nettogewinn ÷ Investitionskosten) × 100

Im deutschen Gesundheitswesen findet der ROI als Steuerungsgröße vor allem im Krankenhausmanagement, im Market Access und in der Digitalisierungsstrategie Anwendung.

Anwendung im Krankenhaus

Im klinischen Kontext wird der ROI für unterschiedliche Investitionsentscheidungen herangezogen. Bei Investitionen in medizintechnische Ausstattung – etwa Bildgebungsgeräte, OP-Robotik oder Monitoring-Systeme – misst der ROI, ob die Mehrerlöse durch höhere Fallzahlen, bessere DRG-Gruppierungen oder Kosteneinsparungen die Investitionskosten übersteigen. Bei Digitalisierungsprojekten, die im Rahmen des KHZG gefördert wurden, ist der ROI ein Kriterium der internen Investitionsplanung: Neben dem direkten finanziellen Rückfluss werden auch Effizienzgewinne durch verkürzte Prozesszeiten, reduzierte Fehlerquoten und verbesserte Dokumentationsqualität als indirekter ROI-Beitrag bewertet.

Im Medizincontrolling wird der ROI-Gedanke auf Kodieroptimierungsprojekte übertragen: Eine Investition in die Schulung von Kodierfachkräften oder in ein Kodieraudit erzielt einen messbaren ROI, wenn durch vollständigere Kodierung von Nebendiagnosen der Case-Mix-Index (CMI) steigt und höhere Bewertungsrelationen erzielt werden.

ROI im Market Access und MedTech

Für MedTech- und Pharmaunternehmen ist der ROI eine zentrale Steuerungsgröße für die Reimbursement-Strategie. Das NUB-Verfahren und die DRG-Integration eines neuen Medizinprodukts bestimmen maßgeblich, welcher Teil der Herstellungskosten und Entwicklungsinvestitionen über die Krankenhausvergütung zurückfließt. Ein Produkt, das weder als NUB noch über ein Zusatzentgelt vergütet wird und in einer bestehenden DRG-Fallpauschale aufgeht, die seine tatsächlichen Kosten nicht abdeckt, erzielt aus Sicht des Krankenhauses einen negativen ROI – was die Beschaffungsentscheidung negativ beeinflusst. Market-Access-Strategien zielen deshalb darauf ab, den ROI sowohl für Hersteller als auch für Krankenhäuser positiv zu gestalten.

Ein konkretes Beispiel: Ein Krankenhaus investiert 80.000 Euro in eine zertifizierte Schulung seiner Kodierfachkräfte und ein DRG-Audit. Das Audit identifiziert systematisch nicht kodierte Nebendiagnosen, die den CMI um 0,12 Punkte anheben. Bei 3.000 vollstationären Fällen und einem LBFW von 4.200 Euro entspricht das einem jährlichen Mehrerlös von rund 1.512.000 Euro (0,12 × 4.200 × 3.000). ROI: (1.512.000 – 80.000) ÷ 80.000 × 100 = 1.790 Prozent.

Das PKM bietet mit der Analyse der Kodierqualität und dem DRG & PEPP Express Check Beratungsleistungen an, die gezielt auf die Steigerung des Kodier-ROI ausgerichtet sind.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen ROI und EBITDA im Krankenhauskontext?

Der ROI bezieht den Nettogewinn auf das eingesetzte Kapital und bewertet die Rentabilität einer spezifischen Investition. Das EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) ist eine operative Ertragskennzahl auf Unternehmensebene, die Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausklammert. Im Krankenhausmanagement wird das EBITDA als Maß für die operative Ertragskraft verwendet, während der ROI für Einzelinvestitionen – Gerätekauf, Digitalisierungsprojekte, Schulungsmaßnahmen – relevant ist.

Kann der ROI auch für nichtmonetäre Ziele berechnet werden?

Ja. Im Gesundheitswesen wird zunehmend ein erweiterter ROI-Begriff verwendet, der qualitative Nutzenkomponenten einschließt: Patientenzufriedenheit, Mitarbeiterbindung, Qualitätsindikatoren oder Fehlerreduktion. In diesem Kontext spricht man vom Social Return on Investment (SROI) oder vom Return on Quality (ROQ). Für die klassische betriebswirtschaftliche Steuerung im Krankenhaus bleibt jedoch der monetär messbare ROI die primäre Entscheidungsgröße.

Quellenverzeichnis

Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 17b KHG – Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für DRG-Krankenhäuser. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__17b.html

Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025). aG-DRG-System 2026 – Fallpauschalen-Katalog. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/fallpauschalen-katalog/fallpauschalen-katalog-2026

Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM