Glossar
OPS-Änderungen
OPS-Anpassungen
OPS-Anpassungen bezeichnen die jährlichen Änderungen am Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS), die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in enger Abstimmung mit medizinischen Fachgesellschaften, dem InEK, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens vornimmt. Sie stellen sicher, dass neue medizinische Verfahren, geänderte Behandlungsmethoden und technologische Entwicklungen korrekt in der Prozedurenklassifikation abgebildet werden und damit sachgerecht kodiert und abgerechnet werden können (BfArM, OPS 2026).
Rechtliche Grundlage und Herausgeber
Der OPS ist die amtliche Klassifikation für Prozeduren in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Er basiert auf der internationalen Prozedurennomenklatur ICHI der WHO, wurde jedoch für die spezifischen Anforderungen des deutschen Gesundheitswesens – insbesondere des aG-DRG-Systems – erheblich weiterentwickelt und trägt deshalb die Bezeichnung OPS (German Modification). Die Zuständigkeit für Herausgabe und jährliche Aktualisierung des OPS liegt beim BfArM auf Grundlage von § 301 Abs. 2 SGB V und dem entsprechenden Auftrag des BMG.
Ablauf der jährlichen Anpassung
Das BfArM führt jährlich ein strukturiertes Änderungsverfahren durch. Medizinische Fachgesellschaften, Krankenhäuser, Krankenkassen, das InEK und weitere Institutionen können Vorschläge zur Aufnahme neuer Kodes, zur Präzisierung bestehender Kodes oder zur Streichung obsoleter Kodes einreichen. Das BfArM prüft die Vorschläge, stimmt sie inhaltlich ab und veröffentlicht die neue OPS-Version jeweils im Herbst für das folgende Kalenderjahr. Zum 1. Januar 2026 trat die OPS-Version 2026 in Kraft, die zeitgleich mit der ICD-10-GM Version 2026 und dem aG-DRG-Fallpauschalen-Katalog 2026 anzuwenden ist.
Kategorien von OPS-Anpassungen
OPS-Anpassungen umfassen typischerweise mehrere Änderungstypen. Neue Kodes werden eingeführt, wenn medizinische Verfahren bisher nicht abgebildet waren – etwa wenn ein NUB-Verfahren so weit verbreitet ist, dass es eine regelhafte OPS-Abbildung erfordert. Bestehende Kodes werden präzisiert, wenn bisherige Formulierungen zu Auslegungsunterschieden oder Kodierunklarheiten geführt haben. Kodes werden umgegliedert, wenn die Systematik einer Kapitelgruppe überarbeitet wird. Veraltete Kodes werden gestrichen, wenn Verfahren medizinisch obsolet geworden sind oder in präzisere Kodes überführt wurden. Alle diese Veränderungen werden in den Migrationstabellen des BfArM dokumentiert, die zeigen, wie bisherige Kodes in die neue Version überführt wurden.
Ein konkretes Beispiel: Ein neuartiges endoskopisches Verfahren zur Behandlung der Adipositas wird nach mehrjähriger Verbreitung als NUB in den OPS aufgenommen. Das BfArM vergibt einen spezifischen Kode, etwa 5-449.xy, und beschreibt präzise die Voraussetzungen für dessen Verwendung. Ab dem 1. Januar des Folgejahres können Krankenhäuser dieses Verfahren regelkonform kodieren, das InEK kalkuliert die zugehörige DRG-Bewertungsrelation auf Basis der eingereichten Kostendaten und die bisherige NUB-Vergütung entfällt.
Bedeutung für Kodierung und Erlöse
OPS-Anpassungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die DRG-Gruppierung und damit auf die Erlöse von Krankenhäusern. Neu eingeführte OPS-Kodes können Fälle in neue oder besser bewertete DRGs lenken. Gestrichene Kodes müssen durch alternative Verschlüsselungen ersetzt werden, andernfalls drohen Kodierdefizite und Erlösausfälle. Umgegliederte Kodes können bei Verwendung des Vorjahreskodes zu Fehlergruppen im Grouper führen. Kodierfachkräfte und Medizincontroller müssen die OPS-Anpassungen daher jährlich systematisch auf ihre Relevanz für das eigene Leistungsportfolio hin analysieren.
Das PKM bereitet die OPS-Anpassungen des jeweiligen Jahres im DRG-Update auf und behandelt den praktischen Umgang mit dem OPS-Katalog in der Weiterbildung zur medizinischen Kodierfachkraft (IHK).
FAQ
Wo können OPS-Anpassungen und Migrationstabellen eingesehen werden?
Das BfArM veröffentlicht die jeweilige OPS-Version einschließlich Systematischem und Alphabetischem Verzeichnis sowie der zugehörigen Migrationstabellen kostenfrei unter bfarm.de und im Kodiersystem-Portal dimdi.de. Die Veröffentlichung erfolgt im Herbst des Vorjahres.
Müssen Krankenhäuser auch rückwirkend für abgeschlossene Fälle des Vorjahres die neuen OPS-Kodes verwenden?
Nein. Es gilt das Jahresprinzip: Für Fälle, die im Kalenderjahr 2025 aufgenommen wurden, ist die OPS-Version 2025 anzuwenden – auch wenn die Abrechnung erst 2026 erfolgt. Die neue OPS-Version gilt ausschließlich für Fälle mit Aufnahmedatum ab dem 1. Januar 2026.
Was passiert, wenn ein Krankenhaus einen gestrichenen OPS-Kode verwendet?
Der Grouper weist den Fall in der Regel einer Fehler-DRG zu oder kann ihn nicht regelkonform gruppieren. Wird ein gestrichener Kode in der Abrechnung verwendet und fällt dies im Rahmen einer MD-Prüfung auf, kann die Abrechnung beanstandet werden. Krankenhäuser sollten daher die OPS-Migrationstabellen jährlich zum Jahreswechsel in ihre Kodiersoftware einspielen und intern kommunizieren.
Quellenverzeichnis
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). (2025). Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2026. bfarm.de. https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/OPS/_node.html
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). (2025). OPS 2026 – Migrationstabellen und Änderungsübersicht. bfarm.de. https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/OPS/_node.html
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 301 Abs. 2 SGB V – Datenübermittlung, Kodiergrundlagen. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__301.html
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM
