Glossar
Kostenmatrix, InEK-Kostenmatrix
Kostenmatrix
Die Kostenmatrix bezeichnet das standardisierte Kalkulationsergebnis, das im Rahmen der DRG-Kalkulation des InEK für jeden Behandlungsfall erstellt wird. Sie stellt die Fallkosten in einer zweidimensionalen Tabelle dar, in der Kostenarten (z. B. Personalkosten, Sachkosten, Infrastrukturkosten) den Kostenstellen bzw. Leistungsbereichen (z. B. Normalstation, Intensivstation, OP, Radiologie) gegenübergestellt werden. Die Kostenmatrix bildet damit die Grundlage für die Berechnung der Bewertungsrelationen im aG-DRG-System (InEK, Kalkulationshandbuch Version 4.0).
Aufbau und Inhalt
Das InEK-Kalkulationshandbuch schreibt vor, wie die Kostenmatrix je Behandlungsfall zu erstellen ist. Auf der Achse der Kostenarten unterscheidet das System acht Kostenarten-Gruppen: Personalkosten ärztlicher Dienst, Personalkosten Pflegedienst, Personalkosten medizinisch-technischer Dienst und Funktionsdienst, Personalkosten medizinische Infrastruktur, Personalkosten nicht-medizinische Infrastruktur, Sachkosten Arzneimittel, Sachkosten Implantate und Transplantate sowie sonstige Sachkosten. Auf der Achse der Kostenstellen werden bis zu zwölf Leistungsbereiche abgebildet, darunter Normalstation, Intensivstation, OP-Bereich, Anästhesie, Bildgebung, Laboratorien und therapeutische Bereiche.
Durch die Kombination beider Achsen ergibt sich für jeden Fall eine Matrix mit bis zu 96 Feldern, die den jeweiligen Kostenanteil je Kostenart und Leistungsbereich ausweist. Zur Befüllung dieser Matrix wenden Kalkulationskrankenhäuser eine Kostenträgerrechnung an, die auf dem testierten Jahresabschluss des Krankenhauses aufsetzt und die Gesamtkosten systematisch auf die einzelnen Behandlungsfälle verteilt.
Verwendung durch das InEK
Das InEK aggregiert die anonymisierten Kostenmatrizen aller Kalkulationskrankenhäuser fallgruppenweise: Alle Fälle, die derselben DRG zugeordnet werden, ergeben nach statistischer Bereinigung (u. a. Dämpfungsansatz, Ausreißerbereinigung) eine mittlere Kostenmatrix je DRG. Aus den mittleren Fallkosten aller DRGs berechnet das InEK die Bezugsgröße und daraus die Bewertungsrelationen. Die Kostenmatrix macht so die Kostentreiber innerhalb einer DRG sichtbar: Ein hoher Anteil an Implantatkosten oder Intensivpflegekosten innerhalb einer DRG schlägt sich direkt in einer höheren Bewertungsrelation nieder.
Ein konkretes Beispiel: Die DRG für eine Hüft-Totalendoprothese zeigt in der Kostenmatrix einen besonders hohen Kostenanteil in den Feldern „Sachkosten Implantate" (Prothese) und „Personalkosten ärztlicher Dienst OP-Bereich" (operative Leistung). Steigen die Implantatkosten über mehrere Kalkulationsjahre, erhöht sich in der Folge die Bewertungsrelation dieser DRG – sofern die Kostensteigerung von einer ausreichenden Zahl der Kalkulationskrankenhäuser gemeldet wird.
Das PKM behandelt die Grundlagen der DRG-Kalkulation und die Bedeutung der Kostenmatrix für Erlösplanung und Medizincontrolling in der Weiterbildung zum Medizincontroller (IHK).
FAQ
Können einzelne Krankenhäuser ihre eigene Kostenmatrix mit der InEK-Kalkulation vergleichen?
Krankenhäuser, die an der InEK-Kalkulation teilnehmen, erhalten eine Rückmeldung über ihre Kostenposition im Vergleich zur Stichprobe. Für nicht teilnehmende Häuser sind Vergleiche nur indirekt über den InEK-Report-Browser möglich, der aggregierte Kostendaten je DRG für öffentliche Auswertungen bereitstellt. Eine direkte Gegenüberstellung der eigenen Kostenmatrix mit dem InEK-Durchschnitt setzt die Teilnahme an der Kalkulation voraus.
Warum weicht die eigene Kostenstruktur eines Krankenhauses häufig von der InEK-Kostenmatrix ab?
Die InEK-Kostenmatrix spiegelt den Durchschnitt aller Kalkulationskrankenhäuser wider, nicht die individuelle Kostenstruktur eines Hauses. Unterschiede entstehen durch regionale Tarifniveaus, Spezialisierungsgrade, Auslastung, Trägerschaft und Infrastrukturkosten. Diese Abweichungen erklären, warum manche Krankenhäuser bestimmte DRGs wirtschaftlich erbringen können und andere nicht.
Fließt die Kostenmatrix eines Jahres direkt in den nächsten Fallpauschalen-Katalog ein?
Nein. Das InEK verwendet die Daten des Kalkulationsjahres n für die Berechnung des DRG-Katalogs n+2, da Datenlieferung, Qualitätsprüfung und Berechnung Zeit benötigen. Kostensteigerungen, die im aktuellen Jahr sichtbar werden, schlagen sich daher mit Verzögerung in den Bewertungsrelationen nieder.
Quellenverzeichnis
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2016, 10. Oktober). Kalkulation von Fallkosten – Handbuch zur Anwendung in Krankenhäusern, Version 4.0. g-drg.de. https://www.g-drg.de/kalkulation/drg-fallpauschalen-17b-khg/kalkulationshandbuch
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025). aG-DRG-System 2026 – Fallpauschalen-Katalog und Begleitdokumente. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/fallpauschalen-katalog/fallpauschalen-katalog-2026
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 17b Abs. 5 KHG – Beteiligung an der Kalkulation. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__17b.html
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM
