Glossar
Dämpfungsansatz
Dämpfungsansatz
Der Dämpfungsansatz bezeichnet im Rahmen der DRG-Kalkulation durch das InEK ein statistisches Verfahren zur Bereinigung extremer Kostenausreißer innerhalb einer Basis-DRG, bevor die durchschnittlichen Fallkosten und damit die Bewertungsrelation berechnet werden. Er zielt darauf ab, die statistische Aussagekraft der Kalkulation zu verbessern und realistischere Fallkosten abzubilden, die die tatsächliche Versorgungsrealität der Mehrheit der Krankenhäuser widerspiegeln (InEK, Kalkulationshandbuch aG-DRG).
Funktionsweise und Abgrenzung zur Dämpfung der Bewertungsrelationen
Im Kalkulationsprozess liefern die teilnehmenden Krankenhäuser Kostendaten auf Einzelfallebene an das InEK. Innerhalb einer DRG können einzelne Fälle extrem hohe oder extrem niedrige Kosten aufweisen, die durch seltene Behandlungsverläufe, Fehldokumentationen oder ungewöhnliche Komplikationen entstehen. Würden diese Ausreißer unbereinigt in die Durchschnittskalkulation eingehen, würden sie die Bewertungsrelation verzerren und ein unrealistisches Bild der typischen Behandlungskosten erzeugen.
Der Dämpfungsansatz begrenzt diesen Einfluss durch statistische Trimming-Verfahren: Fälle, deren Kosten einen definierten Schwellenwert über- oder unterschreiten, werden entweder vollständig aus der Berechnung ausgeschlossen oder in ihrer Gewichtung reduziert. Die verbleibenden Fälle bilden die Basis für die Kalkulation der Bewertungsrelation.
Der Dämpfungsansatz ist von der Dämpfung der Bewertungsrelationen zu unterscheiden: Während der Dämpfungsansatz innerhalb eines Kalkulationsjahres auf Einzelfallebene wirkt und die Datengrundlage bereinigt, begrenzt die Dämpfung die Veränderungsrate einer Bewertungsrelation zwischen zwei aufeinanderfolgenden Systemversionen. Beide Instrumente dienen der Stabilität des Systems, greifen aber an unterschiedlichen Stellen ein.
Das PKM behandelt die DRG-Kalkulationsmethodik und ihre Auswirkungen auf Erlösplanung und Medizincontrolling in der Weiterbildung zum Medizincontroller (IHK) sowie im DRG-Update.
FAQ
Warum ist der Dämpfungsansatz für Krankenhäuser relevant, die selbst an der InEK-Kalkulation teilnehmen?
Krankenhäuser, die ihre Kostendaten an das InEK liefern, sollten die Bereinigungslogik des Dämpfungsansatzes kennen: Fälle mit extremen Kosten fließen nicht oder nur reduziert in die Durchschnittskalkulation ein. Das bedeutet, dass die veröffentlichte Bewertungsrelation die Kosten dieser Extremfälle nicht vollständig abdeckt – was für die interne Erlösanalyse und die Bewertung der Wirtschaftlichkeit einzelner Fälle berücksichtigt werden sollte.
Unterscheidet sich der Dämpfungsansatz zwischen verschiedenen DRG-Gruppen?
Ja. Das InEK wendet den Dämpfungsansatz nicht einheitlich auf alle DRGs an, sondern passt die Schwellenwerte und Verfahren an die jeweilige Datenstruktur an. DRGs mit hoher Kostenvarianz oder kleinen Fallzahlen in der Kalkulationsstichprobe erfordern andere Bereinigungsparameter als häufig vorkommende Routinefälle mit homogener Kostenstruktur.
Quellenverzeichnis
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (o. D.). Kalkulationshandbuch – Grundlagen der DRG-Kalkulation und Kostenbereinigung. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/kalkulation
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025). aG-DRG-System 2026 – Fallpauschalen-Katalog. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/fallpauschalen-katalog/fallpauschalen-katalog-2026
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM
