Glossar
Basis-DRG
Basis-DRG
Die Basis-DRG bezeichnet die ersten drei Stellen eines vierstelligen DRG-Codes im aG-DRG-System und definiert damit eine diagnosebezogene Fallgruppe vor der Differenzierung nach Schweregrad. Sie setzt sich aus dem MDC-Buchstaben und zwei Ziffern zusammen, die die Partition innerhalb der MDC abbilden. Erst durch den angehängten Schweregradbuchstaben an vierter Stelle entsteht die endständige, abrechenbare DRG.
Aufbau des DRG-Codes
Die Zuordnung eines individuellen Behandlungsfalls zu einer DRG-Fallpauschale erfolgt auf Basis der während des Krankenhausaufenthalts routinemäßig dokumentierten Patienten- und Falldaten. Diagnosen und Prozeduren werden dazu nach den medizinischen Klassifikationen ICD-10-GM und OPS kodiert, und als Ergebnis liefert die Grouper-Software einen vierstelligen, alphanumerischen DRG-Code.
Dieser vierstellige Code gliedert sich in drei Bestandteile. Der erste Buchstabe kennzeichnet die Major Diagnostic Category (MDC), also die übergeordnete Hauptdiagnosekategorie. Die Buchstaben A bis Z stehen dabei für unterschiedliche Organsysteme und Erkrankungsgruppen: A steht für Prä-MDC (besonders aufwändige Fälle wie Transplantationen), I für Erkrankungen und Verletzungen an Muskel-Skelett-System und Bindegewebe, F für Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs. Die beiden folgenden Ziffern legen die Partition innerhalb der MDC fest. Sie unterscheiden operative Fälle (Partition O), andere Fälle (Partition A, für Eingriffe, die nicht eindeutig chirurgisch sind) und medizinische Fälle (Partition M). Der vierte Buchstabe schließlich gibt den Schweregrad an: A für den höchsten Ressourcenaufwand, B für den nächstniedrigeren und so fort. Z kennzeichnet, dass für diese Basis-DRG kein weiterer Split nach Schweregrad vorgenommen wird, weil die Fälle homogen genug sind.
[Grafik: Aufbau des DRG-Codes – Basis-DRG und Schweregradstruktur am Beispiel]
Am Beispiel der Basis-DRG I68: I steht für MDC 15 (Muskel-Skelett-System), 68 bezeichnet die Partition für nicht-operativ behandelte Wirbelsäulenerkrankungen. I68A ist die endständige DRG mit dem höchsten Schweregrad, also für Fälle mit schwerem PCCL-Wert oder bestimmten komplizierenden Diagnosen. I68B beschreibt entsprechend Fälle mit mittlerem Ressourcenaufwand. Die Bewertungsrelationen differieren je nach Schweregrad erheblich.
Schweregradbildung und PCCL
Die Zuordnung zu einem bestimmten Schweregrad innerhalb einer Basis-DRG erfolgt durch den DRG-Grouper auf Basis verschiedener Parameter. In die Bewertung des Schweregrades fließen unter anderem Nebendiagnosen, Komplikationen und Begleiterkrankungen ein. Der PCCL (Patient Clinical Complexity Level) sorgt dafür, dass die Fallpauschale die tatsächliche Belastung widerspiegelt. Daneben können Alter, Beatmungsdauer, bestimmte OPS-Prozeduren und der Entlassungsgrund die Schweregradbestimmung beeinflussen. Die genaue Splitlogik ist im jährlichen Definitionshandbuch des InEK dokumentiert.
Das InEK veröffentlicht den Fallpauschalen-Katalog jährlich mit allen endständigen DRGs, deren Bewertungsrelationen, Grenzverweildauern und Zuschlägen. Für 2026 enthält der Katalog insgesamt 1.281 bepreiste DRGs in der Hauptabteilung.
Wer die Basis-DRG-Struktur und Grouper-Logik in der täglichen Kodierpraxis anwenden möchte, findet beim PKM die Weiterbildung zur medizinischen Kodierfachkraft (IHK) sowie den monatlichen DRG+ Praxisworkshop mit aktuellen Fallbeispielen.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Basis-DRG und endständiger DRG?
Die Basis-DRG umfasst die ersten drei Stellen des DRG-Codes und beschreibt die Fallgruppe ohne Schweregradunterscheidung. Die endständige DRG ist die vollständige vierstellige Bezeichnung inklusive Schweregraduchstaben und bildet die tatsächlich abgerechnete Fallpauschale mit zugehöriger Bewertungsrelation.
Warum endet manche DRGs auf „Z" statt auf „A" oder „B"?
Das Z-Suffix bedeutet, dass für diese Basis-DRG kein Schweregradssplit vorgenommen wurde. Die Fälle innerhalb dieser Gruppe sind ressourcenmäßig so homogen, dass eine weitere Differenzierung statistisch nicht sinnvoll ist. Solche DRGs tragen den Buchstaben Z als einzigen Schweregradcode.
Können sich Basis-DRGs von Jahr zu Jahr ändern?
Ja. Das InEK überarbeitet das aG-DRG-System jährlich. Basis-DRGs können zusammengelegt, aufgespalten oder neu definiert werden. Migrationstabellen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Systemversionen ermöglichen es, Fallwanderungen nachzuvollziehen. Für Medizincontroller und Kodierfachkräfte ist das jährliche DRG-Update daher Pflicht.
Quellenverzeichnis
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 17b KHG – Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für DRG-Krankenhäuser. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__17b.html
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025, 19. November). Fallpauschalen-Katalog 2026. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/fallpauschalen-katalog/fallpauschalen-katalog-2026
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (o. D.). aG-DRG-System – Definitionshandbücher. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/definitionshandbuch
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). (o. D.). OPS – Anwendung und Zweck im G-DRG-System. bfarm.de. https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/OPS-ICHI/OPS/Anwendung/Zweck/_artikel.html
Zuletzt aktualisiert: 23.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM
