Glossar
Partition
Partition
Die Partition bezeichnet im aG-DRG-System die Unterteilung einer Hauptdiagnosegruppe (MDC) in bis zu drei Bereiche: die operative Partition (O), die andere Partition (A) und die medizinische Partition (M). Jede Basis-DRG und jede endständige DRG ist genau einer Partition zugeordnet (Fallpauschalen-Katalog, Spalte 2). Die Partitionszuordnung erfolgt im Grouper-Algorithmus auf Basis der kodierten OPS-Kodes und stellt nach der MDC-Zuordnung den zweiten wesentlichen Weichensteller im Gruppierungsprozess dar (InEK, Definitionshandbuch aG-DRG 2026).
Die drei Partitionen im Überblick
Die operative Partition (O) umfasst Fälle, bei denen ein im Definitionshandbuch für die jeweilige MDC definierter operativer OPS-Kode kodiert wurde. Operative Eingriffe im Sinne des DRG-Systems sind in der Regel Eingriffe, die im OP-Saal unter Anästhesie durchgeführt werden. Operative DRGs erzielen innerhalb einer MDC regelmäßig die höchsten Bewertungsrelationen, da chirurgische Eingriffe mit erheblichem Personalaufwand und Sachkosten verbunden sind.
Die andere Partition (A) – früher als interventionelle Partition bezeichnet – erfasst Fälle mit bestimmten nichtoperativen, aber invasiven oder aufwändigen Prozeduren, zum Beispiel Herzkatheterprozeduren, Endoskopien mit therapeutischer Intervention oder bestimmte interventionell-radiologische Eingriffe. Die andere Partition nimmt eine Mittelstellung zwischen operativer und medizinischer Partition ein.
Die medizinische Partition (M) umfasst alle Fälle, für die weder ein operativer noch ein anderer Partitionskode vorliegt. Sie deckt konservative Behandlungen ab, etwa die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz oder die internistische Behandlung einer Pneumonie. Medizinische DRGs weisen innerhalb einer MDC in der Regel die niedrigsten Bewertungsrelationen auf.
Praktische Erlösrelevanz
Die Partitionszuordnung ist unmittelbar erlösrelevant: Innerhalb derselben MDC können die Bewertungsrelationen von DRGs der operativen und der medizinischen Partition erheblich voneinander abweichen. Fehlt ein OPS-Kode, der die operative Partition begründet, wird ein chirurgisch behandelter Fall in die medizinische Partition gruppiert – mit entsprechendem Erlösabfall.
Ein illustratives Rechenbeispiel: Ein Patient mit einem Mitralklappenfehler wird operativ korrigiert. Wird der OPS-Kode für die Herzklappenoperation korrekt kodiert, landet der Fall in einer operativen Basis-DRG derselben MDC mit einer Bewertungsrelation von beispielsweise 8,5. Wird der OPS-Kode vergessen und nur die Hauptdiagnose I34.0 (Mitralklappeninsuffizienz) – oder, wenn eine Stenose gemeint ist: I34.2 (Nichtrheumatische Mitralklappenstenose) – kodiert, fällt der Fall in die medizinische Partition mit einer Bewertungsrelation von etwa 1,2. Der Erlösunterschied beträgt in diesem Beispiel bei einem Landesbasisfallwert von 4.570 Euro rund 33.361 Euro (7,3 × 4.570 Euro).
Die korrekte Dokumentation und Kodierung aller durchgeführten Prozeduren ist daher eine Kernaufgabe des Medizincontrollings und der Kodierfachkraft. Das PKM vermittelt die Partitionssystematik und ihre Kodierimplikationen in der Weiterbildung zur medizinischen Kodierfachkraft (IHK) sowie im DRG-Update.
FAQ
Kann ein Fall gleichzeitig in zwei Partitionen sein?
Nein. Der Grouper ordnet einen Fall eindeutig einer Partition zu. Wenn sowohl ein operativer als auch ein anderer Partitionskode vorliegen, hat die operative Partition Vorrang. Liegen nur andere Partitionskodes vor, wird der Fall der anderen Partition zugeordnet. Fehlen beide, erhält der Fall die medizinische Partition.
Was passiert, wenn nur ein kleiner ambulanter Eingriff stationär mitdokumentiert wird?
Nicht jeder OPS-Kode begründet automatisch die operative Partition. Das Definitionshandbuch legt für jede MDC exakt fest, welche OPS-Kodes die operative oder andere Partition auslösen. Ein kleiner Eingriff, der in der Partitionsdefinition der betreffenden MDC nicht aufgeführt ist, ändert die Partitionszuordnung nicht.
Gibt es MDCs, die nicht alle drei Partitionen haben?
Ja. Nicht jede MDC verfügt über alle drei Partitionen; die MDC 20 (Alkohol- und Drogengebrauch und alkohol- und drogeninduzierte psychische Störungen) etwa umfasst nur medizinische DRGs. Die Partition jeder DRG ist im Fallpauschalen-Katalog des InEK (Spalte 2) ausgewiesen.
Quellenverzeichnis
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025). aG-DRG-System 2026 – Definitionshandbuch: Partitionsdefinitionen. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/definitionshandbuch
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (2025). aG-DRG-System 2026 – Fallpauschalen-Katalog. g-drg.de. https://www.g-drg.de/ag-drg-system-2026/fallpauschalen-katalog/fallpauschalen-katalog-2026
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026
