Glossar
CMI – Case Mix Index
Case-Mix-Index (CMI)
Der Case-Mix-Index (CMI) bezeichnet den Quotienten aus dem Case-Mix (CM) und der Fallzahl einer betrachteten Einheit und gibt damit die durchschnittliche Fallschwere – ausgedrückt als mittlere Bewertungsrelation – wieder. Ein CMI von 1,0 entspricht dem systemweiten Durchschnitt, höhere Werte zeigen einen überdurchschnittlich aufwändigen Fallmix an (§ 17b KHG).
CMI = Case-Mix ÷ Fallzahl
Berechnung und Interpretation
Ein Krankenhaus behandelt in einem Quartal 500 Fälle mit einem Case-Mix von 750. Der CMI beträgt 750 ÷ 500 = 1,5. Das bedeutet, dass die behandelten Fälle im Schnitt das 1,5-Fache des Systemdurchschnitts an Ressourcen verbrauchen.
Der CMI ist – anders als der absolute Case-Mix – eine normierte Kennzahl, die Vergleiche zwischen Einheiten unterschiedlicher Größe ermöglicht: zwischen Stationen, Fachabteilungen, Krankenhäusern oder Krankenhausgruppen. Ein Haus mit 200 Fällen und einem CMI von 2,0 behandelt im Schnitt schwerere Fälle als ein Haus mit 2.000 Fällen und einem CMI von 1,1, auch wenn der absolute Case-Mix des größeren Hauses deutlich höher liegt.
Steuerungsrelevanz
Im Medizincontrolling dient der CMI als zentraler Indikator für die Leistungsstruktur eines Krankenhauses. Ein steigender CMI ohne Fallzahlveränderung kann auf drei Ursachen zurückzuführen sein: einen tatsächlichen Wandel im Patientenmix hin zu schwereren Fällen, eine verbesserte Kodierqualität mit vollständigerer Erfassung aller relevanten Nebendiagnosen, oder strukturelle Veränderungen im Leistungsangebot. Umgekehrt weist ein sinkender CMI auf mögliche Kodierdefizite hin, die über den CCL-Wert und den PCCL-Mechanismus zu einer niedrigeren DRG-Schweregradausprägung führen.
Im Rahmen der Budgetverhandlungen nach § 11 KHEntgG wird der CMI als Grundlage für die Erlösbudgetplanung und den Vergleich mit dem vereinbarten Case-Mix verwendet. Krankenhäuser, die ihren CMI systematisch verbessern, können bei gleichbleibender Fallzahl ihren Erlös steigern, ohne zusätzliche Kapazitäten vorzuhalten.
Das PKM behandelt CMI-Analysen, Budgetverhandlungen und Kodierqualitätssicherung in der Weiterbildung zum Medizincontroller (IHK) sowie im monatlichen DRG+ Praxisworkshop.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen CMI und Case-Mix?
Der Case-Mix ist die absolute Summe aller Bewertungsrelationen einer Einheit und beschreibt das Gesamtvolumen des Behandlungsaufwands. Der CMI ist der daraus berechnete Durchschnittswert pro Fall und erlaubt Vergleiche zwischen verschieden großen Einheiten, unabhängig von der Fallzahl.
Wie lässt sich der CMI eines Krankenhauses mit dem Bundesdurchschnitt vergleichen?
Das InEK veröffentlicht im Rahmen der Daten nach § 21 KHEntgG jährlich Auswertungen zum durchschnittlichen CMI aller deutschen Krankenhäuser. Ein Vergleich mit dem eigenen CMI zeigt, ob das Haus ein überdurchschnittlich schweres oder leichtes Patientenkollektiv behandelt. Das InEK-Datenbrowser-Portal ermöglicht darüber hinaus einen fachabteilungsbezogenen Benchmark (InEK, Datenbrowser § 21 KHEntgG).
Kann ein Krankenhaus seinen CMI durch Patientenselektion aktiv steuern?
Indirekt ja: Krankenhäuser, die ihr Leistungsportfolio auf komplexere Eingriffe ausrichten, erzielen einen höheren CMI. Direktes Ablehnen leichter Fälle ist aus versorgungs- und vergütungsrechtlichen Gründen jedoch nicht zulässig. Zulässig und geboten ist dagegen die Verbesserung der Kodierqualität, also die vollständige Dokumentation aller behandlungsrelevanten Diagnosen und Prozeduren.
Quellenverzeichnis
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 17b KHG – Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für DRG-Krankenhäuser. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khg/__17b.html
Bundesministerium der Justiz. (o. D.). § 11 KHEntgG – Vereinbarung eines Erlösbudgets und von Erlössummen. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__11.html
Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). (o. D.). Datenbrowser und Begleitforschung – Daten gemäß § 21 KHEntgG. g-drg.de. https://www.g-drg.de/Datenbrowser_und_Begleitforschung/Daten_gem._21_KHEntgG
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2026 | Geprüft von: Dominik Lindner, Ärztlicher Leiter Medizincontrolling, PKM
